Ein entspannender Strandspaziergang verwandelte sich für ein Paar aus Overton, Lancashire, in eine erstaunliche Entdeckung. Gary und Angela Williams spazierten am Middleton Sands Beach im Vereinigten Königreich, als ihnen ein seltsamer Gegenstand auffiel, der an Land gespült worden war. Zunächst hielten sie es nur für einen gewöhnlichen Stein oder vielleicht ein prähistorisches Relikt wie ein Dinosaurier-Ei, aber ihre Neugier veranlasste sie, den faszinierenden, wachsartigen Klumpen genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ihre Entscheidung, dies zu untersuchen, zahlte sich reichlich aus, denn das Paar war unbeabsichtigt auf eine äußerst wertvolle Substanz gestoßen, die als Ambra (Ambergris) bekannt ist. Das seltene Material, das oft an Stränden angespült wird, hatte zunächst einen stechenden und unangenehmen Geruch – von Gary als nach Fisch und natürlichem Dünger riechend beschrieben. Trotz seines unattraktiven Aussehens und Geruchs besitzt die Substanz einen immensen Geldwert.

Ambra ist wegen seiner Bedeutung in der luxuriösen Parfümindustrie so begehrt. Es wird als Fixativ hoch geschätzt, eine Komponente, die dazu beiträgt, dass Düfte länger halten, und ist daher ein wichtiger Bestandteil vieler High-End-Parfüms. Seine Seltenheit und die einzigartigen Eigenschaften, die es einem Duft verleiht, tragen zu seinem beträchtlichen Wert auf dem globalen Markt bei.

Experten erklären, dass Ambra im Verdauungssystem von Pottwalen entsteht. Es entwickelt sich, wenn die Eingeweide des Wals eine klebrige Substanz absondern, um scharfe, unverdauute Objekte wie Schnäbel von Tintenfischen einzukapseln. Im Laufe der Zeit aggregieren und verfestigen sich diese Materialien zu Klumpen. Schließlich werden diese verhärteten Überreste vom Wal ausgeschieden, entweder durch Fäkalien oder Erbrechen.

Sobald die Rohsubstanz in den Ozean ausgeschieden wird, durchläuft sie eine Verwandlung, da sie Sonnenlicht und Meerwasser ausgesetzt ist. Diese Exposition härtet das Material aus und verleiht ihm einen charakteristischen aromatischen Geruch und eine wachsartige Textur, obwohl das Stück, das die Williamses fanden, sich noch in einem stechenden, früheren Stadium befand. Ihre zufällige Entdeckung unterstreicht, wie einige der wertvollsten Schätze der Welt manchmal direkt vor unseren Augen verborgen liegen können.