Jede Woche stieß mein Nachbar Mike meine Mülltonnen um und verstreute den Müll über meinen Rasen. Ich versuchte, mit ihm zu reden. Er bestritt alles. Ich konfrontierte ihn. Er grinste nur. Ich bin 33, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, kämpfe allein mit einem bröckelnden Haus und einem Job, der kaum die Rechnungen deckt. Für seine Spielchen hatte ich keine Zeit, also hörte ich auf zu reden – und begann zu planen.

Wochenlang beobachtete ich die Reifenspuren. Jedes Mal passten sie perfekt zu seinem riesigen schwarzen SUV. Er fuhr absichtlich durch meinen Garten und ließ gefrorene Windeln und verschütteten Kaffeepulver zurück. Eines Tages riss er beide Tonnen um, lachte dabei, während meine Dreijährige ihre kleinen Hände an das Fenster presste und weinte. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich würde nicht länger da stehen und seinen Müll aufräumen.
Am nächsten Mülltag nahm ich eine stille Anpassung vor. Ich leerte beide Tonnen und füllte sie mit schweren Ziegeln aus dem Garagenfundus meiner Großmutter – solide, alt, staubig. Dann wartete ich. Um 6:45 Uhr hörte ich den Aufprall und ein heftiges Klopfen an meiner Tür. Mike stürmte wütend heran und behauptete, ich hätte ihn sabotiert. Ruhig fragte ich ihn, warum er jede Woche meine Tonnen umgeworfen hatte. Er erstarrte. Ich zeigte ihm, dass die Tonnen mit Ziegeln gefüllt waren, unversehrt.

Teile seiner Stoßstange lagen über meinen Rasen verstreut. Seine Hände zitterten. Ich gab ihm die Wahl: den Schaden aufräumen oder ich rufe die Polizei mit Videoaufnahmen von meiner Türkamera. Wortlos bückte er sich und begann, seine kaputten Autoteile aufzusammeln, murmelnd vor sich hin. Ich ging zurück ins Haus, machte meine Kinder fertig für die Kita, und zum ersten Mal seit Wochen blieb mein Rasen sauber.

Nach jenem Morgen sprach Mike nie wieder mit mir. Er mied meinen Rasen sorgfältig, und ich rollte meine Tonnen mit den Kindern zum Bordstein, die Köpfe hoch erhoben, während wir heißen Kakao schlürften. Er hatte etwas Wichtiges gelernt: Man legt sich nicht mit einer alleinerziehenden Mutter an, die das Unmögliche überlebt. Manchmal kommt die beste Rache nicht durch Schreien oder Anwälte. Manchmal kommt sie einfach aus Ziegeln.