Die Erzählerin, eine 34-jährige Mutter von zwei Kindern, teilte eine tiefe Verbindung mit ihrer älteren Schwester Claire, die ein scheinbar „perfektes“ Leben führte, aber jahrelang unter Unfruchtbarkeit und herzzerreißenden Fehlgeburten litt. Als Claire sie bat, ihre Leihmutter zu werden, zögerte sie nicht; sie sah darin eine Möglichkeit, das Leben ihrer Schwester zu „retten“ und ihr die Freude der Mutterschaft zu schenken. Die Schwangerschaft war eine wunderschöne, gemeinsame Reise voller Hoffnung und Vorfreude. Als Nora geboren wurde, feierte die Familie einen Sieg über jahrelangen Kummer, während Claire und Ethan ihre Tochter in einem Kreißsaal voller Freudentränen im Arm hielten.
Der Übergang in die Elternschaft schien zunächst reibungslos zu verlaufen, und Claire schickte Fotos von Nora aus dem gemeinsamen Zuhause. Doch dann brach die Kommunikation abrupt ab, gefolgt von sechs Tagen unheimlicher Stille und ignorierten Anrufen. Die Situation wurde erschreckend, als die Erzählerin eines Morgens einen Weidenkorb auf ihrer Veranda fand. Darin lag das Baby, eingewickelt in eine Decke mit einer Notiz in Claires Handschrift: „So ein Baby wollten wir nicht. Sie ist jetzt dein Problem.“ In einem hektischen Telefonat erklärte Claire kalt, dass Ärzte einen Herzfehler bei dem Säugling entdeckt hatten und sie und Ethan entschieden hätten, dass sie „nie für beschädigte Ware unterschrieben“ hätten.

Fassungslos über die Grausamkeit ihrer Schwester brachte die Erzählerin Nora sofort ins Krankenhaus und verständigte die Behörden. Die Ärzte bestätigten den Herzfehler, der eine Operation erforderte, zeigten sich aber optimistisch bezüglich der Genesung. Die Erzählerin zögerte nicht einzugreifen; sie arbeitete mit dem Jugendamt und dem Rechtssystem zusammen, um das Sorgerecht von Claire und Ethan beenden zu lassen. Sie nahm die Herausforderung der schlaflosen Nächte und Krankenhausbesuche an, schloss schließlich Noras Adoption ab und stand die qualvollen Stunden der erfolgreichen Herzoperation des Babys durch.
Fünf Jahre später ist Nora zu einem lebhaften, unaufhaltsamen kleinen Mädchen herangewachsen, das den Leuten stolz erzählt, ihr Herz sei durch „Magie und Liebe“ repariert worden. Sie nennt die Erzählerin „Mama“ – ein Titel, der durch bedingungslose Hingabe verdient wurde. Währenddessen nahm das Leben für Claire und Ethan eine schwierige Wendung: Nach der Aussetzung von Nora ging Ethans Geschäft bankrott, sie verloren ihr Luxushaus und Claires Gesundheit verschlechterte sich, was sie isolierte. Obwohl Claire sich schließlich mit einer entschuldigenden E-Mail meldete, entschied sich die Erzählerin, nicht zu antworten. Ihr wahrer Abschluss lag in dem Leben, das sie mit der Tochter aufgebaut hatte, die ihre Schwester weggeworfen hatte.

Letztendlich erkannte die Erzählerin, dass sie Nora zwar zweimal das Leben geschenkt hatte – einmal durch die Leihmutterschaft und einmal durch die Rettung –, aber Nora ihrem Leben eine tiefgründige neue Bedeutung gab. Die Geschichte dient als kraftvolle Erinnerung daran, dass Liebe kein Vertrag auf der Basis von Perfektion oder Bedingungen ist, sondern eine Verpflichtung, die sich jeden Tag aufs Neue beweist. Am Ende wurde die „beschädigte Ware“, die Claire ablehnte, zum größten Schatz der Erzählerin und bewies, dass die schönste Art von Gerechtigkeit ein Leben voller aufrichtiger, widerstandsfähiger Liebe ist.