Ich adoptierte ein Baby, nachdem ich Gott ein Versprechen gegeben hatte – 17 Jahre später brach sie mir das Herz.

Ich wollte Mutter werden mehr als alles andere. Nach Jahren des Verlustes und des Herzschmerzes wurden meine Gebete schließlich mit der Geburt von Stephanie erhört. Doch mitten in dieser Freude machte ich ein weiteres Versprechen: Wenn ich jemals ein Kind haben würde, würde ich ein Kind adoptieren, das keines hatte. Zwei Wochen später trat Ruth in unser Leben, verlassen an Heiligabend. Ich liebte beide gleichermaßen, doch ihre Unterschiede – Stephanies Selbstbewusstsein und Tatkraft, Ruths ruhige, vorsichtige Art – erzeugten subtile Spannungen, die wuchsen, als sie Teenager wurden.

Im Laufe der Jahre wurde die Rivalität schärfer. Stephanie zog mühelos Aufmerksamkeit auf sich; Ruth mied sie. In Schule und Zuhause versuchte ich, sie gleichermaßen zu lieben, doch die Mädchen erlebten Liebe unterschiedlich. Am Abend vor dem Abschlussball erreichte diese Spannung ihren Höhepunkt. Ruth, angespannt und vorsichtig, sagte zu mir: „Mama, du kommst nicht zu meinem Abschlussball. Nach dem Ball… gehe ich.“ Ihre Worte durchbohrten mich: Sie glaubte, sie sei nur die „Erfüllung“ für Stephanie, die Antwort auf ein verzweifeltes Versprechen, das ich in meiner dunkelsten Stunde gemacht hatte.

Ich versuchte, die Wahrheit zu erklären: Mein Gebet war ein Hilferuf aus Verzweiflung, keine Transaktion. Stephanies Geburt schuf meine Liebe zu Ruth nicht; sie machte es mir möglich, sie zu geben. Meine Liebe zu beiden Mädchen war echt, tief und bedingungslos. Aber mit 17 und verletzt konnte Ruth das noch nicht hören. Sie ging alleine zum Abschlussball und blieb danach weg. Ich wartete qualvoll, während John mir versicherte, dass sie zurückkehren würde.

Am vierten Tag erschien Ruth an der Tür, erschöpft, ihre Übernachtungstasche tragend. Leise sagte sie: „Ich will nicht dein Versprechen sein. Ich will einfach deine Tochter sein.“ In diesem Moment veränderte sich alles. Ich zog sie in meine Arme und hielt sie, während sie weinte – echte, ungebremste Tränen – jene, die sie so lange eingeschlossen gehalten hatte.

Der Streit, das Missverständnis und die Rivalität verschwanden nicht sofort, doch diese Nacht markierte den Beginn eines neuen Kapitels. Ruth verstand, dass sie geliebt wurde, weil sie sie selbst war, nicht wegen eines Schwurs oder Versprechens. Und ich verstand, dass Liebe manchmal nicht darin besteht, Erfahrung gerecht zu teilen, sondern in Beständigkeit von Gegenwart und Herz.

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