Im Alter von nur 19 Jahren, während ihres Studiums zur Mathematiklehrerin, wurde das Leben von Erica Tambrini im Jahr 2005 auf den Kopf gestellt, als sie an Meningitis und Sepsis erkrankte. Sie wurde für sieben Wochen in ein künstliches Koma versetzt, und als sie erwachte, sah sie sich einer verheerenden Realität gegenüber: Ihre Hände und Füße waren durch die Sepsis schwarz geworden, und mehrere Operationen führten zur Amputation beider Beine unterhalb der Knie und beider Arme unterhalb der Ellenbogen. Der plötzliche Verlust ließ sie mit ihrem Selbstbild kämpfen und ihre Zukunft in Frage stellen.

Trotz der drastischen Veränderung nahm Ericas Geschichte eine hoffnungsvolle Wendung, als sie nur ein Jahr nach ihren Amputationen Luke traf, der später ihr Ehemann werden sollte. Seine bedingungslose Liebe und Unterstützung halfen ihr, das Selbstvertrauen zurückzugewinnen, und gemeinsam gründeten sie eine Familie. Heute ist Erica die stolze Mutter von zwei Kindern, Lily (fünf) und Michael (drei). Sie beschreibt die Mutterschaft als ihren größten Erfolg, obwohl sie anfangs befürchtete, ihre Babys körperlich nicht versorgen zu können. Mit Lukes Unterstützung und ihrer Entschlossenheit lernte sie, sich anzupassen und als Elternteil aufzublühen.

Entschlossen, sich nicht durch ihre Behinderung definieren zu lassen, arbeitete Erica unermüdlich daran, ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Sie konzentrierte sich darauf, sich an Prothesen zu gewöhnen, und weigerte sich, ihre Familie unter ihren Einschränkungen leiden zu lassen. Obwohl sie zugibt, dass es schwierig ist zu wissen, dass sie bestimmte Dinge nicht tun kann, wie mit ihren Kindern im Park rennen oder ihrer Tochter die Haare flechten, ist sie zutiefst dankbar, in ihrem Leben präsent zu sein. Sie nimmt auch die positiven Aspekte an, wie die Tatsache, dass sie dank ihrer Beinprothesen meilenweit ohne Schmerzen Rad fahren kann.


Ihre Widerstandsfähigkeit führte sie schließlich auf einen neuen Karriereweg. Von der Mathematik wechselte Erica zur Ergotherapie, einem Bereich, in dem sie ihre Erfahrungen nutzen konnte, um anderen zu helfen, ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen. Sie beschreibt ihre Arbeit als „unglaublich“, da sie ihr ermöglicht, Menschen zu inspirieren, anzuleiten und zu unterstützen, während sie dieselben Lektionen auf ihren eigenen Weg anwendet. Ihre Entschlossenheit und positive Einstellung haben dazu geführt, dass viele sie als wahre Inspirationsquelle betrachten.


Heute, mit 34 Jahren, hat Erica ihre Behinderung vollständig angenommen und weigert sich, sich in ihrer Selbstentfaltung oder ihrer Freude einschränken zu lassen. Sie trägt stolz Shorts und feiert die Möglichkeiten, die ihr Weg mit sich gebracht hat – wie die Verbindung mit der adaptiven Sportgemeinschaft und das Kennenlernen unzähliger inspirierender Menschen. Ihre Botschaft an andere, die mit Widrigkeiten konfrontiert sind, ist eine der Beharrlichkeit und Hoffnung: Mit Zeit, Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit kann das Leben nicht nur bewältigbar, sondern auch sinnvoll werden.